Gefunden
Johann Wolfgang von Goethe
Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah´ ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt´ es brechen;
Da sagt´ es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub´s mit allen
Den Wurzlein aus,
Zum Garten trug ich´s
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
Autor: Kobayashi Musikakademie
Natur und Kunst sie scheinen sich zu fliehen,
Johann Wolfgang von Goethe
Und haben sich, eh´ man es denkt, gefunden;
Der Widerwille ist auch mir verschwunden,
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.
Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst in abgemess´nen Stunden
Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.
So ist´s mit allaer Bildung auch beschaffen:
Vergebens werden ungebundene Geister
Nach der Vollendung reiner Höhe streben.
Wer Großes will muß sich zusammenraffen;
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.
Vielwisserei lehrt nicht Einsicht haben.
Heraklit
Beherzigung
Johann Wolfgang von Goethe
Ach was soll der Mensch verlangen?
Ist es besser ruhig bleiben?
Klammernd fest sich anzuhangen?
Ist es besser sich zu treiben?
Soll er sich ein Häuschen bauen?
Soll er unter Zelten leben?
Soll er auf die Felsen trauen?
Selbst die festen Felsen beben.
Eines schickt sich nicht für alle.
Sehe jeder wie er´s treibe,
Sehe jeder wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle.
Wandrers Nachtlied
Johann Wolfgang von Goethe
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Das Schöne stirbt als Leib, aber nicht als Kunstwerk.
Leonardo da Vinci
Studium ohne Hingabe schädigt das Gedächtnis.
Leonardo da Vinci
Wünschelrute
Joseph von Eichendorff
Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.
Das Sicherste bleibt immer, nur das Nächste zu tun, was vor uns liegt …
Johann Wolfgang von Goethe
Der Mensch kann nicht wissen, was Gott ist. Etwas weiß er wohl: was Gott nicht ist.
Meister Eckehart (1260 – 1328)